SOURCE: International Diabetes Federation (IDF)

November 12, 2009 03:05 ET

Internationale Diabetes-Experten treffen auf Mauritius zusammen, um die steigende Zahl der Diabetesfälle in der Region und in ganz Afrika hervorzuheben

Panafrikanische Diabeteskonferenz fällt mit Welt-Diabetes-Tag zusammen

BRUSSEL, BELGIEN--(Marketwire - November 12, 2009) - In Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation Region Afrika und der International Diabetes Federation (IDF) eröffnete die Republik Mauritius heute eine „International Conference on Diabetes & Associated Diseases" (Internationale Diabeteskonferenz & Folgeerkrankungen) in Port Louis (Mauritius), um ihre Besorgnis über das rasante Wachstum der Diabetesepidemie in ganz Afrika zu unterstreichen hervorzuheben. Die Konferenz wird vom 12. November - 14. November (Welt-Diabetes-Tag) stattfinden.

Auf der panafrikanischen Konferenz werden sich der Regional Director der WHO Afro und Gesundheitsminister aus 46 afrikanischen Ländern, Direktoren von WHO Global und WHO Afro, IDF-Experten und andere führende Diabetes-Experten aus aller Welt einfinden, um über aktuelle Themen, die neusten Entwicklungen und das praktische Management und die Prävention des Diabetes und seiner Komplikationen zu diskutieren. Die Teilnehmer werden außerdem eine Bestandsaufnahme machen über die neusten wissenschaftlichen evidenzbasierten und bewährten Praktiken, um die Diabetesepidemie und diabetesbezogene Komplikationen anzugehen - http://www.gov.mu/portal/sites/diabetesconf2009/index.htm. Ziel ist es, eine strategische Allianz unter Medizinern aufzubauen, die die Impulse liefern soll, um das National Diabetes Services Framework und die Vorgehensweisen sowie die UN Resolution zum Diabetes (Res.61/225) in die Tat umzusetzen.

Laut den neusten Zahlen der 4. Ausgabe des IDF Diabetes Atlas wird Afrika aufgrund der rasanten Industrialisierung und den allgemeinen Verbesserungen während der vergangenen 50 Jahre bezüglich der Lebensbedingungen in den kommenden 20 Jahren den prozentual höchsten Zuwachs an Diabetikern haben. Mindestens 80% der Diabetiker in Afrika bleiben unerkannt. Für Diabetiker sieht die Lage schlecht aus, wie die Daten der IDF zeigen: Die meisten Menschen, die in Afrika an Diabetes sterben, gehören zu der Altersgruppe, die wirtschaftlich produktiv sind (30 bis 60 Jahre).(1)

„Es gibt kein Land, das gegen Diabetes immun wäre und auch keines, das alle Antworten auf die Frage hat, sofern es den Feind betrifft, den wir gemeinsam konfrontieren müssen. Bisher ist es noch keinem einzigen Land gelungen, den Trend der steigenden Verbreitung umzukehren. Um den Diabetes besiegen zu können, müssen wir alles an Engagement und Erfindungsreichtum geben, was wir aufbieten können. Es ist an der Zeit, dass wir wirklich kreativ denken und mit alten Mustern brechen. Studien haben zunehmend starke Verbindungen zwischen Diabetes und vielen anderen Krankheiten, wie z.B. Herzerkrankungen, Tuberkolose und HIV/AIDS gezeigt", sagte Professor Jean Claude Mbanya, Präsident der International Diabetes Federation und Ko-Vorsitzender des Scientific Committees der Konferenz.

Mbanya fügte hinzu: „IDFs Ziel ist es, nachhaltige Gesundheitssysteme zu verwirklichen, wie sie in der UN Resolution 61/225 gefordert werden und eine Form der Finanzierung zu organisieren, die dafür gedacht ist, Gesundheitssystemen zu helfen nachhaltige, preisgünstige Maßnahmen zur Prävention und Behandlung von Diabetes und anderen nichtübertragbaren Krankheiten zu entwickeln."

Diabetes Weltweit

Afrika ist im Kampf gegen die Diabetesepidemie nicht allein. Zahlen der IDF zeigen, dass es mittlerweile weltweit 285 Millionen Diabetiker gibt (vier von 5 leben in den Entwicklungsländern). Es ist zu erwarten, dass diese Zahl 2030(2) 435 Millionen übersteigen wird, falls das derzeitige Wachstumstempo weiterhin unkontrolliert bleibt. Diabetes wird im nächsten Jahr vier Millionen Menschenleben töten - das sind mehr als HIV/AIDS und Malaria zusammen.

Diabetes ist zu einem Entwicklungsproblem geworden, das die Gesundheit und den wirtschaftlichen Erfolg in den Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen bedroht. IDF prophezeit, dass Diabetes die Weltwirtschaft im Jahre 2010 mindestens 376 Milliarden USD oder 11,6% der Gesamt-Gesundheitsausgaben kosten wird. Bis 2030 wird die Zahl hochgerechnet auf über 490Milliarden USD(3) Mehr als 80% der Ausgaben für Diabetes werden in den reichsten Ländern der Welt und nicht in den ärmsten, in denen heutzutage über 70% der Diabetiker leben, ausgegeben.

Diabetes auf Mauritius

Weltweit gibt es nur noch einziges Land, das einen noch größeren Diabetikeranteil in seiner Bevölkerung als Mauritius hat: die Pazifikinsel Nauru.

„Wenn man ein Barometer bräuchte, um die Richtung der weltweiten Diabetesepidemie zu bestimmen oder vorauszusagen, dann braucht man man nicht weiter als zu der Inselnation von Mauritius im Indischen Ozean mit ihren 1,3 Millionen Bewohnern zu schauen", meinte Professor Paul Zimmet, Ko-Vorsitzender der IDF „Task Force on Epidemiology and Prevention" des australischen „Baker IDI Heart and Diabetes Institute".

Zimmet, der Ko-Vorsitzende des wissenschaftlichen Kommittees und einer der Hauptredner auf der Konferenz, sagte, dass die multi-ethnische Bevölkerung von Mauritius (Asiatisch-indische Hindus, asiatisch-indische Moslems, Chinesen und Kreolen) in den vergangenen Jahrzehnten eine rasante Industralisierung und ein wirtschaftliches Wachstum durchgemacht hat. Dies brachte eine dramatische Veränderung des Krankheitsbildes mit sich. Er merkte an, dass diese ethnischen Gruppen zwei Drittel der Weltbevölkerung ausmachen. Mauritius stellt einen Mikrokosmus der weltweiten Epidemie dar und Zahlen aus aufeinander folgenden Studien dort waren bezüglich ihrer weltweiten Prognosen zum Diabetes entscheidend für die IDF.

Zusammen mit dem „Ministry of Health and Quality of Life" von Mauritius, haben Zimmet und Sir George Alberti seit 1987 (1992, 1998 und 2004) Studien auf Mauritius durchgeführt, die gezeigt haben, dass die Zahlen über die Verbreitung des Diabetes und seiner einhergehenden Komplikationen sehr hoch sind. Zwischen 1987 und 1998 gab es einen Anstieg um 38% bei den Diabetikern. In der jüngsten Umfrage von 2009 (durchgeführt von Sudhir Kowlessur und Professor Zimmet) gab es eine weitere dramatische Zunahme der Zahlen.

„Das ist ein schlechtes Zeichen für die beiden Nationen mit den meisten Diabetikern weltweit - Indien (50,8 Millionen) und China (43,2 Millionen) - sowie für die vielen Länder in der ganzen Welt, die Zuwanderungen aus diesen ethnischen Gruppen haben", meint Zimmet.

Zimmet äußerte seine große Besorgnis über den dramatischen Anstieg von Diabetes in den indigenen Bevölkerungsgruppen und zitierte als Beispiel Australiens Aboriginis. „In unserem reichen Land," sagte er „haben wir weltweit die beinahe höchsten Zahlen an Diabetikern, Nierenkrankheiten bei Diabetes und Amputationen. Diabetes ist die weltweit am schnellsten wachsende Krankheit und für die öffentliche Gesundheit eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts."

Professor Mbanya sagte: „Angesichts dieser alarmierenden Zahlen auf Mauritius ist es besonders wichtig, dass wir uns an diesem Welt-Diabetes-Tag auf dieses Land konzentrieren. Diese internationale Konferenz charakterisiert den Beginn der politischen Maßnahmen, die nötig sind, um die Diabetesepidemie weltweit rückgängig zu machen."

In den nächsten fünf Jahren konzentriert sich die IDF über ihre Welt-Diabetes-Tag Kampagne auf die Aufklärung und Prävention des Diabetes.

Quellenangabe

1,2,3 - IDF Diabetes Atlas 4. Ausgabe, International Diabetes Federation, 2009. www.diabetesatlas.org

Anmerkungen an die Redaktion

Über IDF

Die International Diabetes Federation (IDF) ist ein Dachverband mit 212 Mitgliedsvereinigungen in 163 Ländern, die sich für mehr als 285 Millionen Diabetiker, ihren Familien und ihren Gesundheitsversorgern einsetzen. Ziel ihrer Mission ist es, die Behandlung, Prävention und weltweite Heilung von Diabetes voranzutreiben. Zu ihren Hauptaktivitäten zählt die Aufklärung und Schulung von Diabetikern und Heilberuflern, öffentliche Sensibilisierungskampagnen und Förderung und Austausch von Informationen. Die International Diabetes Federation (IDF) ist eine nichtstaatliche Organisation, die in offiziellen Beziehungen zur Weltgesundheitsorganisation steht, und gleichzeitig mit dem United Nations Department of Public Information verbunden ist. Zusätzliche Informationen erhalten Sie unter: www.idf.org und Sie können uns auf twitter.com/IntDiabetesFed verfolgen. Die Welt-Diabetes-Tag-Kampagne können Sie online auf www.worlddiabetesday.org; www.twitter.com/wdd; Facebook-http://tinyurl.com/o7o6kf und www.youtube.com/worlddiabetesday verfolgen.

(1) IDF Diabetes Atlas 4. Ausgabe, International Diabetes Federation, 2009. www.diabetesatlas.org

(2) IDF Diabetes Atlas 4. Ausgabe, International Diabetes Federation, 2009. www.diabetesatlas.org

(3) IDF Diabetes Atlas 4. Ausgabe, International Diabetes Federation, 2009. www.diabetesatlas.org

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