SOURCE: IASLC

International Association for the Study of Lung Cancer

December 04, 2016 20:14 ET

Aktiver Wissensaustausch und Gesundheitsvorsorgemodelle in Gemeinden ergänzen Forschung und klinische Pflege − darüber wurden sich weltweite Experten in Wien (Österreich) auf der von der Internationalen Vereinigung für das Studium von Lungenkrebs veranstal

WIEN, ÖSTERREICH--(Marketwired - 4. Dezember 2016) - Lungenkrebsforscher und Patientenvertreter aus aller Welt betonten heute, dass neue Behandlungsmodelle sowie der aktive Wissensaustausch über Krebsbehandlungsmöglichkeiten eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von Lungenkrebs spielen. Diese Aussage wurde am ersten Tag der von der IASLC veranstalteten 17. Welt-Lungenkrebs-Konferenz (World Conference on Lung Cancer, WCLC) in Wien (Österreich) verlautet.

Dr. Laurie Gaspar von der Universität von Colorado berichtete, dass eine partizipative Entscheidungsfindung (PEF; „Shared Decision Making" - SDM) zwischen Patienten und ihren Ärzten die Kommunikation bezüglich der Krebsbehandlung verbessern kann. Patienten und Mediziner sind sich einig, dass die PEF ein wünschenswertes Ziel bei der Lungenkrebsbehandlung ist. Zudem stimmen Patienten mit Medizinern überein, dass die partizipative Entscheidungsfindung (PEF) mithilfe von Patientenentscheidungshilfen („Patient Decision Aids" - PDAs) noch weiter verbessert werden könnte.

Gaspar führte eine Befragung von Lungenkrebspatienten durch, die ergab, dass die Entscheidung hinsichtlich der systemischen Therapie wie etwa der Einsatz einer Chemotherapie (58 Prozent) oder die Entscheidung, ob eine bestimmte Untersuchung durchgeführt oder abgelehnt werden soll (34 Prozent), am häufigsten als Schwierigkeit bei der Entscheidungsfindung angegeben wurde. Als Schwierigkeitsursache wurde einerseits eine unzureichende Aufklärung (44 Prozent) und andererseits die Widersprüchlichkeit der Informationen oder Empfehlungen (34 Prozent) von Seiten ihrer Ärzte identifiziert.

Die meisten der 190 Patienten, die die Umfrage beantwortet hatten, gaben an, dass sie sich eine partizipative Entscheidungsfindung wünschten, während nur neun Prozent den Wunsch äußerten, die Entscheidung alleine zu treffen. Von 90 Befragten, die die PCI-Patientenentscheidungshilfen durchgesehen hatten, waren 61 Prozent davon überzeugt, dass eine derartige Entscheidungshilfe hilfreich gewesen wäre.

„Eine der Schwierigkeiten, mit denen die Patienten zu kämpfen haben, ist die Abwägung der Meinung eines Arztes gegen die eines anderen", sagte Gaspar. „Eine Möglichkeit, diesem Problem entgegenzuwirken, besteht in der Anwendung einer multidisziplinären Vorgehensweise, im Rahmen derer die im jeweiligen Fall beste Art der Patientenbehandlung von allen Ärzten gemeinsam besprochen werden kann."

Laut Dr. Raymond Osarogiagbon vom Baptist Cancer Center in Houston ermöglicht ein Center of Excellence (COE)-Modell, das sich auf unterversorgte Gebiete konzentriert, Ärzten, Lungenkrebspatienten in diesen Regionen frühzeitig zu diagnostizieren und ihnen eine Behandlung auf dem Niveau einer Lungenkrebsbehandlung in akademischen Medizinzentren anzubieten.

„Vier von fünf Lungenkrebspatienten werden in den Räumlichkeiten eines Gemeindekrankenhauses behandelt und erhalten möglicherweise eine geringerwertigere Behandlung als Patienten, die in einem führenden akademischen Zentrum behandelt werden. Wenn wir daher die Qualität im Bereich der Lungenkrebsbehandlung anheben möchten, müssen wir dort ansetzen, wo die Patienten ihre Behandlung erhalten", sagte er.

Osarogiagbon erklärte, dass das COE-Programm ein patientenorientiertes Lungenkrebs-Modell ist, das für Gemeindekrankenhäuser, die häufig Minderheiten und unterversorgte Patientenpopulationen behandeln, einen Behandlungsstandard festlegt. Das COE-Programm läuft seit drei Jahren und umfasst derzeit 13 Krankenhäuser in unterversorgten Gebieten.

Im Rahmen des COE-Programms werden die Metriken zur Behandlungsqualität aus Patientendaten verfolgt, wozu unter anderem Angaben zum Krankheitsstadium bei der Diagnose, zu molekularen Untersuchungen, zur Auswertung des Tumorboards, zur Dauer von der Diagnose bis zur Behandlung, zur Art der Behandlung sowie zur Teilnahme an klinischen Studien zählen. Zudem werden Standortdaten überwacht, um ein umfassendes Bild des Programms bieten zu können. Zu diesen Metriken zählen unter anderem die Gesamtzahl der untersuchten Patienten, demografische Daten, die Versicherungsart, Tarife sowie Ergebnisse molekularer Tests. Es werden Daten aus allen im Rahmen des COE-Programms betreuten Gemeinden analysiert und mit Daten ähnlicher Gruppen verglichen, um die positiven Auswirkungen des COE-Programms belegen zu können.

„Die Ergebnisse der im Rahmen des COE-Modells behandelten Lungenkrebspatienten entsprechen denen von Patienten, die eine Behandlung in einem führenden Krankenhaus mit erstklassigen Forschungseinrichtungen erhalten haben", sagte er.

Die Pressekonferenz endete mit einer Zusammenfassung des von Dr. Michele Carbone von der Universität von Hawaii abgehaltenen Mesotheliom-Workshops über die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Mesotheliomforschung. Dr. Carbone hatte zuvor ein Gen mit dem Namen BAP1 identifiziert, das im Falle einer Mutation in bestimmten Familien Mesotheliome verursacht. Auf der Pressekonferenz verkündete er, dass er seine Forschungstätigkeit über die Grenzen der Türkei hinaus erweitert hat und sich nun auf China konzentriert. Er hofft, seine neuen Erkenntnisse im Jahr 2017 im IASLC Journal of Thoracic Oncology veröffentlichen zu können.

Über die World Conference on Lung Cancer (WCLC):

Die WCLC ist die weltweit größte Konferenz, die dem Lungenkrebs sowie bösartigen Erkrankungen im Brustraum gewidmet ist. Sie zieht mehr als 6.000 Forscher, Ärzte und Fachleute aus mehr als 100 Ländern an. Sie verfolgt das Ziel, das Bewusstsein, die Zusammenarbeit und das Verständnis für Lungenkrebs zu erhöhen und den Teilnehmern bei der Umsetzung der neuesten Entwicklungen aus aller Welt zu helfen. Die Konferenz läuft unter dem Motto „Gemeinsam gegen Krebs" und wird ein breites Spektrum von Disziplinen abdecken sowie mehrere wissenschaftliche Studien und klinische Studienergebnisse offenlegen. Weitere Informationen finden Sie unter: http://wclc2016.iaslc.org/.

Über die IASLC:

Die Internationale Vereinigung für das Studium von Lungenkrebs (IASLC) ist die einzige globale Organisation, die sich der Lungenkrebsforschung widmet. Zu den Mitgliedern des 1974 gegründeten Vereins zählen mehr als 5.000 Lungenkrebsspezialisten aus über 100 Ländern. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.iaslc.org.

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