SOURCE: Etar Ltd

May 17, 2010 14:19 ET

Die Eurozone muss steuerrechtlich und politisch stärker integriert und die Staatsschulden müssen umstrukturiert werden

Diskussion zwischen dem griechischen Finanzminister Dr. Yannis Papantoniou, dem der Beitritt Griechenlands zum Euro zu verdanken ist, und Dr. Alexander Mirtchev, Präsident von Krull Corp.

WASHINGTON, DISTRICT OF COLUMBIA--(Marketwire - May 17, 2010) - Der ehemalige griechische Finanzminister Dr. Yannis Papantoniou, Urheber der Strategie Griechenlands für den Euro-Beitritt, und Dr. Alexander Mirtchev, Präsident von Krull Corp., diskutierten über die Intervention der EU in der ausufernden Schuldenkrise Griechenlands und über den weltweiten Wirtschaftsaufschwung. Aufgrund der zunehmenden Sorge, dass die Staatsverschuldung in Südeuropa zu einer bedrohlichen Krise führen könnte, stellte die EU ein beispielloses Sicherheitspaket in Höhe von 750 Milliarden Euro (1 Billiarde USD) bereit. Dies hatte eine starke Marktresonanz zur Folge.

Minister Papantoniou, der seinerzeit als Finanz- und Wirtschaftsminister den Übergang des Landes zum Euro leitete, sieht in dem erweiterten Rettungspaket den richtigen Ansatz. „Der große Kranke Mann in Griechenland ist der Staat“, betonte er. „Die Probleme sind inzwischen so stark angewachsen, dass Griechenlands öffentlicher Sektor ebenso wie die Wettbewerbsfähigkeit des Landes völlig außer Kontrolle geraten sind.“ Doch vertrat er die Auffassung, dass mit einer entsprechenden Strukturform die Krise dieser „letzten „sowjetischen“ Volkswirtschaft in Europa“ durchaus zu meistern sei. Dr. Papantoniou meinte weiter: „Der Mechanismus, auf den sich die EU geeinigt hat, ist ein Ad-hoc-Mechanismus und die Märkte werden ihn austesten“. Doch verfüge Griechenland „über eine enormes Potenzial," das durch „eine Deregulierung und Privatisierung der Wirtschaft und eine Liberalisierung der Märkte freigesetzt werden kann, sodass die Voraussetzungen für eine schnelle Erholung durchaus geschaffen werden können.“ Er bracht jedoch seine Überzeugung zum Ausdruck, dass Europa eine einheitlichere Finanzpolitik, eine stärkere steuerliche Koordinierung und einen Rettungsmechanismus für in Schwierigkeiten geratene Staaten benötige. „Solange dem Gebäude Europa diese Elemente fehlen, stehen seine Nachhaltigkeit und sein Überleben in Frage.“

Alexander Mirtchev vertrat die Ansicht, das Rettungspaket habe für die Zukunft des europäischen Projekts, für den zugrundeliegenden „Sozialvertrag“ sowie für die Erholung der Weltwirtschaft insgesamt eine sehr viel weiterreichendere Bedeutung. Er sieht die Wurzeln der Schuldenkrise zwar in einigen europäischen Volkswirtschaften, darüber hinaus aber auch in „der breiten Palette wirtschaftlicher Absprachen und Vereinbarungen, die langfristig nicht zu halten sind“. Dies bedeute, dass eine weitergehende wirtschaftliche und politische Integration notwendig sei, um eine Auflösung der Eurozone zu verhindern. Darüber hinaus seien Sparmaßnahmen und Umstrukturierungen zwar nicht zu vermeiden, es bleibe allerdings abzusehen, in wie weit diese politisch überhaupt durchsetzbar seien. Die Maßnahmen zur Abhilfe sollen sich darüber hinaus nicht hauptsächlich auf „Liquidität sondern eher auf Zahlungsfähigkeit konznetrieren, denn letzten Endes werden wir ja auf jeden Fall mit dem Problem der Bonität konfrontiert.“ Der Ausweg sei eine „offensive Wachstumspolitik und die Unterstützung von Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Unternehmertum. Auf die Frage allerdings, ob der derzeitige „Gesellschaftsvertrag“ auf Dauer tragfähig ist, gibt es bisher keinen Antwort.“

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