SOURCE: International Diabetes Federation (IDF)

October 20, 2009 11:00 ET

Die internationale Diabetes-Föderation ruft Angesichts der explodierenden Diabetes-Epidemie zu einer verstärkten Aufklärung auf

Diabetes-Aufklärung ist weltweit notwendig, um den 285 Millionen Diabetikern helfen zu können

MONTREAL, KANADA--(Marketwire - October 20, 2009) - Jüngste Daten der internationalen Diabetes-Föderation (IDF) zeigen, dass über 285 Millionen Menschen weltweit derzeit mit einem Diabetes leben und dass diese Zahl bis zum Jahre 2030 explosionsartig auf 435 Millionen hochschnellen wird (i). Dabei berücksichtigt diese erschreckende Zahl berücksichtigt keineswegs die Last, die diese Krankheit für jeden Einzelnen bedeutet. Anders als bei anderen Krankheiten, sind Diabetiker zu 95% für ihre eigene Behandlung verantwortlich und viele tun dies, ohne über die notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse zu verfügen. Die IDF arbeitet mit ihrem weltweiten Schulungsprogramm dafür, die Zahl der Diabetesberater weltweit zu vergrößern, medizinisches Personal über die modernen Behandlungsprinzipien des Diabetes zu unterrichten, die Qualität der Diabetes-Aufklärung zu verbessern und Diabetesschulung zu einem integralen Bestandteil der Diabetesbehandlung zu machen.

Diabetes ist jedes Jahr für 4 Millionen Todesfälle verantwortlich und die führende Ursache für Erblindung, Nierenversagen, Herzanfall, Schlaganfall und Amputationen (ii). Diabetes stellt eine lebenslange Belastung der Betroffenen und ihrer Familien dar und erfordert jeden Tag zahlreiche Entscheidungen im Zusammenhang mit der Diabetes-Behandlung. Zugang zu einer Diabetesberatung ist ein entscheidender Faktor zur Bewältigung der mit dem Diabetes einhergehenden Probleme. Regierungen müssen investieren, nicht nur um sicherzustellen, dass das medizinische Personal und die Diabetiker selbst eine spezielle Diabetesberatung erhalten, sondern auch, um dafür zu sorgen, dass beide Gruppen darin geschult werden, wie dieses Wissen bei der täglichen Diabetesbehandlung ganz konkret eingesetzt wird.

„Millionen Menschen treffen täglich komplexe medizinische Entscheidungen bezüglich ihres Diabetes ohne eine angemessene, bzw. in vielen Fällen sogar ohne überhaupt je eine Schulung bekommen zu haben“, sagte Marg McGill, Senior Vice President der IDF und Vorsitzender des Beratungsausschusses für Diabetes-Aufklärung (DECS). „Um möglichst lang und gesund leben zu können, muss der Diabetiker über Dinge wie die Kenntnis und Einhaltung einer guten Ernährung, körperliches Training, Vermeidung des Risikos akuter und langfristiger Komplikationen, die Bewältigung der seelischen Belastung durch die chronische Krankheit, die Überwachung des Diabetes, bestimmte Problemlösungen und das ständige Einhalten der Medikation aufgeklärt werden.“

(i) IDF Diabetes Atlas, International Diabetes Federation, 2009. www.diabetesatlas.org

(ii) IDF Diabetes Atlas, International Diabetes Federation, 2009. www.diabetesatlas.org

Diabetesberatung fehlt insbesondere in den Entwicklungsländern, die 70% der weltweiten Diabetesfälle stellen. Die meisten Diabetiker erhalten aus den unterschiedlichsten Gründen keine Diabetesberatung; entweder sind die Kosten zu hoch, die Entfernung zu groß oder ein entsprechender Dienst existiert nicht bzw. seine Existenz ist dem Diabetiker unbekannt oder er ist von der Nützlichkeit einer Diabetesschulung nicht überzeugt. Eine schlechte Behandlung aufgrund fehlenden Wissens vergrößert die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen des Diabetes wie zum Beispiel Beinamputationen, Erblindung, Schlaganfall, Herz- und Nierenerkrankungen, was darüber hinaus die wirtschaftliche Belastung für die Person selbst, ihre Familie und die Gesellschaft vergrößert.

Das weltweite Aufklärungsprogramm der IDF

Die IDF engagiert sich dafür, die Lebensqualität des Diabetikers dadurch zu verbessern, dass sie dafür sorgt, dass medizinisches Personal, Berufs- und Mitgliedsverbände eine hochwertige Diabetesberatung und Behandlung anbieten können. Der Schulungsrahmen der IDF umfasst dabei Änderungsmaßnahmen an den unterschiedlichsten Fronten, u. a. das Engagement, ein Netz anerkannter -Aufklärungszentren aufzubauen, die in allen Regionen die Diabetesberatung fördern und vorantreiben. Die IDF trägt intensiv zur Förderung der Diabetesaufklärung bei in dem sie internationale Standards und Lehrpläne in verschiedenen Sprachen entwickelt und verbreitet, Schulungen über regionale Verbände anbietet, fachübergreifende Workshops für medizinisches Personal veranstaltet, Aufklärungsunterlagen bereitstellt, Lobbying betreibt und zur Verbreitung neuer Erkenntnisse beiträgt - http://www.idf.org/Diabetes_Education.

Diabetesaufklärung erfolgt am besten durch ein fachübergreifendes Team. Die Rolle des Diabetikerberaters ist innerhalb des Diabetesbehandlungsteams von entscheidender Bedeutung. Er ermöglicht es dem Diabetiker seine vom Diabetes betroffene Gesundheit nach besten Kräften zu fördern und im Alltag sachgerechte und fundierte Entscheidungen zu treffen und die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen.

Die IDF hat auf dem 20. Weltdiabeteskongress in Montreal zwei entscheidende Publikationen herausgebracht, um evidenzbasierte Ressourcen als Leitfaden für die Entwicklung und weitere Verbesserung der Schulungsprogramme für das medizinische Personal und die Diabetiker selbst anbieten zu können.

IDF International Standards for Diabetes Education, 3. Ausgabe

Bei den neuen IDF International Standards for Diabetes Education handelt es sich um umfassende, evidenzbasierte Richtlinien für die Entwicklung von Schulungsunterlagen zur Diabetes-Selbstbehandlung für Diabetiker. Sie sind ganz darauf ausgerichtet, dem Diabetesberater, den Entscheidungsträgern auf Organisationsebene und politischen Berater eine Richtschnur an die Hand zu geben, an denen sie sich bei der Entwicklung von Schulungsprogrammen zur Selbstbehandlung und bei der Integration der Aufklärungsmaßnahmen in Modelle für die Dienstleistung und nationale Diabetesprogramme orientieren können. Es handelt sich um eine ganz hervorragende Ressourcen für jeden, der an der Aufklärung über die Diabetes-Selbstbehandlung beteiligt ist beziehungsweise sich daran beteiligen möchte.

„Aufklärung über und die Unterstützung der permanenten Selbstbehandlung sind kritische Elemente einer wirkungsvollen Diabetesbehandlung und tragen wesentlich zu einem gut eingestellten Stoffwechsel und zur psychologischen Bewältigung bei. Diese Standards bieten eine Grundlage, die dafür sorgt, dass die Aufklärung und Unterstützung des Diabetikers und der von Diabetes bedrohten Personen von höchster Qualität ist“, sagte Martha Funnell, Vorsitzende des Standardrevisionsausschusses und Mitglied der IDF DECS.

IDF International Curriculum for Diabetes Health Professional Education, 2. Ausgabe

Das IDF International Curriculum for Diabetes Health Professional Education wurde erstellt, um eine evidenzbasierte, umfassende Schulung des medizinischen Personals und eine gewisse Standardisierung der Schulungsprogramme zu gewährleisten. Dabei werden die Bereiche klinische Behandlung, Aufklärung, Verhalten, Änderungstheorie und Verfahren abgedeckt. Das Curriculum steht als Bericht, Dia-Präsentation und als Meisterklassenvideo zur Verfügung - http://www.idf-lectures.org.

„Die IDF vertritt die Auffassung, dass Gesundheitsfachleute über gute klinische Kenntnisse verfügen müssen, um eine Diabetesschulung hoher Qualität leisten zu können“, sagte Anne Belton, Redakteurin des Curriculums und Mitglied der IDF DECS.

Der Welt-Diabetestag

Die IDF hat das Thema „Diabetesaufklärung und Vorbeugung“ zum Motto der Kampagne des Welt-Diabetestages der nächsten fünf Jahre (2009 bis 2013) erklärt, um die weltweiten Aufklärungslücken schließen zu können. Der Welt-Diabetestag ist eine von der IDF durchgeführte Kampagne. Der Tag findet jährlich am 14. November statt und ist ein offizieller UNO-Tag. Die IDF hofft, dass die durch die Kampagne erreichte Aufmerksamkeit die Gesundheitssysteme weltweit ermutigt, die Notwendigkeit einer strukturierten Diabetesaufklärung und zu erkennen und dass sie dazu beiträgt, dass jeder Diabetiker das Anrecht auf eine kompetente Diabetesberatung erhält.

„Diabetesaufklärung ist ein grundlegendes Menschenrecht eines jeden Diabetikers. Die internationale Diabetes-Föderation ruft die Welt auf, sich für die Aufklärung, Behandlung und Versorgung der Millionen Diabetiker weltweit zu engagieren“, sagte McGill.

Redaktionelle Hinweise:

Die internationale Diabetes-Föderation (IDF) ist die Schirmorganisation von über 200 Mitgliedsverbänden aus über 160 Ländern, die über 285 Millionen Diabetiker, deren Familien, Ärzte und Pflegepersonen vertreten. Aufgabe der IDF ist es, weltweit die Behandlung, Vorbeugung und Heilung des Diabetes voranzutreiben. Die Haupttätigkeit besteht in der Aufklärung der Diabetiker selbst und des medizinischen Fachpersonals, in öffentlichen Aufklärungskampagnen und der Förderung des Informationsaustauschs. Die IDF ist eine nicht-staatliche Organisation, steht in offizieller Verbindung zur WHO und ist der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der Vereinten Nationen angeschlossen. Die IDF organisiert alle zwei Jahre den Weltdiabeteskongress. Für weitergehende Informationen besuchen Sie bitte die Website unter www.idf.org.

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