SOURCE: Institutional Investor

Institutional Investor

October 06, 2016 09:44 ET

Institutional Investor deckt in der 45. jährlichen Rangliste der besten Analysten der Wall Street die Widerstandsfähigkeit der Verkäuferseite auf

Das Wettrennen zwischen den größten Anbietern von Equity Research in den USA ist gerade – wieder einmal – spannender geworden.

NEW YORK, NY, USA--(Marketwired - Oct 6, 2016) - Lang lebe die Sell-Side-Forschung, meint das 2016 All-America Research Team des Institutional Investor. Zum 45. Jahrestag der jährlichen Rangliste der besten Aktienanalysten der Wall Street stellt sich die Frage: Warum kauft die Käuferseite noch immer Forschungsergebnisse über die Verkäuferseite?

Seit an einem Tag im Mai 1975 ein Zeitraum von 180 Jahren endete, in denen an der Wall Street feste Provisionen vorgeschrieben waren, waren sich die Prognostiker sicher, dass die Tage der Forschung auf Seiten der Aktienverkäufer gezählt waren, und Unheilspropheten sahen das Verhältnis zwischen Forschung auf der Verkäuferseite und Investitionen auf der Käuferseite als gefährdet an.

Doch Jahr für Jahr zeigt sich die Verkäuferseite überraschend widerstandsfähig. Nicholas Rosato, Forschungsleiter für Nordamerika von JPMorgan, argumentiert, dass sich trotz aller Ängste und Schwankungen eines im Laufe der Jahrzehnte nicht verändert hat, nämlich die für beide Seiten vorteilhafte Beziehung zur Käuferseite.

„Die Käuferseite wird weiterhin die Sell-Side-Forschung benötigen und Wert auf sie legen“, bekräftigt Rosato.

Der Institutional Investor begann mit der Aufstellung der Rangliste durch sein Forschungsteam für ganz Amerika im Jahr 1972, drei Jahre vor dem verhängnisvollen Tag im Mai. Die Langlebigkeit dieser Rangliste zeugt von der Fähigkeit der Sell-Side-Forschung, sich weiter zu entwickeln, anzupassen und zu ändern.

„Die amerikaweite Umfrage des Institutional Investor setzt weiterhin den Standard zur Identifizierung von herausragenden Leistungen innerhalb des Ökosystems der Investmentforschung“, sagt Will Rowlands-Rees, Geschäftsführer von II Research. „In diesem Jahr sahen wir, dass Wähler sich vor allem wirklich auf die Sektoren Wirtschaft/Strategie konzentrieren, mit einer signifikanten Zunahme bei der gesamten Abstimmung. Angesichts der unsicheren globalen Makro-Umgebung überrascht dies nicht. Es stärkt nur die anhaltende Bedeutung dieses Prozesses für umsetzbares Produkt-Feedback zwischen der Käufer- und der Verkäuferseite“, fügt er hinzu.

Das Team beurteilt die Meinung der Käuferseite über die Leistung ihrer ausgelagerten Anbieter von Investmentanalysen; es ist eine Abstimmung, keine Einzeltitelauswahl.

Und die diesjährige Abstimmung hat einen neuen Sieger. JPMorgan hielt fünf aufeinander folgende Jahre lang die höchste Auszeichnung, bis Bank of America Merrill Lynch im vergangenen Jahr die Führung übernahm. In diesem Jahr gewinnt JPMorgan seine Krone wieder zurück: 40 seiner Analysten bekamen genug Stimmen für die Aufnahme in das Team – vier mehr als 2015 – und nahmen BofA Merrill, das insgesamt gesehen um sechs Analysten auf 32 abfiel, den ersten Rang ab.

Hier sind die diesjährigen Top-Ten-Unternehmen:

1. J.P. Morgan
2. Bank of America Merrill Lynch
3. Evercore ISI
4. UBS
5. Morgan Stanley
6. Barclays
7. Sanford C. Bernstein & Co.
8. Deutsche Bank Securities
9. RBC Capital Markets
10. Citi

Alles in allem umfasst das diesjährige Team 322 Analysten von 30 Firmen. Um das gesamte Team einschließlich aller bewerteten Unternehmen und Analysten zu sehen, besuchen Sie www.institutionalinvestor.com/aart.

Hier sind einige der Investitionstrends, die durch die Ergebnisse dieses Jahres aufgedeckt wurden:

  • In diesem Jahr, in dem alles auf den Kopf gestellt wurde, wandten sich die Investoren den Top-Unternehmen zu. Acht von zehn Top-Unternehmen sahen ihre Zahlen steigen, insbesondere Evercore ISI von 25 auf 30 und UBS von 22 auf 28. Das war nicht der Fall im Jahr 2015, aber es könnte darauf hindeuten, dass sich Investoren in chaotischen Jahren eher an Top-Unternehmen wenden, die tendenziell größer und diversifizierter sind.

  • Wenn Qualität wichtiger als Quantität ist, hat JPMorgan die Krone auf. Der gewichtete Durchschnitt zeichnet ein anderes Bild als die Gesamtrangliste. Diese Messmethode spricht der Wahl von höherrangigen Analysten in das Team größere Bedeutung zu. JPMorgan führt bei dem gewichteten Durchschnitt, wie es schon seit einer Reihe von Jahren der Fall ist, wobei der jeweils erste Platz vier Punkte erhält, jeder zweite Platz drei Punkte und so weiter. Die Bank sammelte 109 Punkte und hatte damit einen großen Vorsprung gegenüber der Nummer 2, Evercore ISI, mit 79 Punkten. BofA Merrill rutscht in diesem Jahr auf den vierten Platz mit einem gewichteten Durchschnitt von 59 Punkten.

  • Das wechselhafte Jahr führte zu Bewegung in der Rangfolge nach gewichtetem Durchschnitt. Evercore ISI steigt im Jahr 2015 von Nr. 3 auf Nr. 2 auf, während UBS um drei Plätze von Nr. 6 auf Nr. 3 hochspringt. Beim gewichteten Durchschnitt rennen jedoch vier Firmen Kopf an Kopf ins Ziel − UBS, BofA Merrill, Bernstein und Morgan Stanley, alle mit Sitz in New York −, wobei nur fünf Punkte zwischen UBS, der Nr. 3, und der Nr. 5, Morgan Stanley, liegen.

  • Viele bevorzugte Aktien des Jahres 2015 verloren 2016 ihre Beliebtheit. Der diesjährige Markt erzielte einen Großteil seiner Gewinne aus einer Verengung der Aktienwelt. Ein aktiver, wertorientierter Markt sorgfältig auswählender Aktienkäufer − die Art, die traditionell von der Verkäuferforschung bedient werden − verlagerte sich im Lauf des Jahres auf hohe Obergrenzen, Dividenden, Aktienrückkäufe oder defensive Strategien. Die Börsen in den USA profitierten von Anlegern aus aller Welt, die nach guten Erträgen Ausschau hielten, doch wie Brian Hodess, Leiter der US-Forschungsabteilung von Bank of America Merrill Lynch, sagt, glaubt mehr als die Hälfte der Fondsmanager immer noch, dass der Markt überbewertet ist.

  • Eine komplexe Reihe von makroökonomischen Faktoren zwang die Sell-Side-Forscher zur Kooperation. „Brexit, die EZB, die Fed, die Bank of Japan, China − alle haben bei dem Ansatz mitgespielt, dass sich Makroforschung und Aktienforschung vermischt haben“, sagt Vinayak Singh, ein Mitglied des Führungs-, Verwaltungs- und Investmentausschusses von Evercore ISI. „Das erfordert ein enormes Ausmaß an Zusammenarbeit.“ Diese Art der Forschung wirft zumindest Barrieren für den Eintritt von kleineren Unternehmen auf, denen die Größe, die Reichweite und die finanziellen Ressourcen fehlen. Singh von Evercore spricht über die Migration begabter Mitarbeiter zu den größeren Firmen und einer Konsolidierung der Verkäuferseite. Der Beweis dafür ist möglicherweise die stärkere Konzentration der auf der Rangliste angeführten Analysten bei den Top-Ten-Unternehmen.

  • Wie es schon seit 1975 der Fall ist, stellt sich die Frage, wer für Sell-Side-Forschung zahlen wird. In Europa gibt es viel diskutierte aufsichtsbehördliche Richtlinien, bekannt als die Markets in Financial Instruments Directives II (MIFID II) Mandate, wonach Forschung neben vielen anderen Änderungen von Provisionen abgetrennt werden soll, und es sieht so aus, dass dies im Januar 2018 letztendlich umgesetzt werden soll. Die US-Forschung ist dagegen nicht immun. Die wichtigsten Unternehmen haben europäische Kunden und Klienten, die Geschäfte auf dem Kontinent tätigen. Die Auswirkung? Es gibt einige Diskussionen darüber, aber es ist klar, dass eine wirkliche Entflechtung dazu führen wird, dass Unternehmen einzelne Analysten gegenüber ganzen Gruppen oder einige Firmen gegenüber anderen bevorzugt unterstützen werden. „Wenn Sie auf einer mittleren Ebene liegen und keine herausragenden Produkte haben, könnten Sie an Verkaufsumsatz verlieren“, sagt David Adelman, der Direktor der Morgan Stanley Americas Equity Research Group. Dazu komme es in den USA sowieso nach und nach, fügt er hinzu, „da Kunden ihre Forschungswahl konzentrieren.“

Die Umfrageergebnisse des All-America-Forschungsteams von 2016 spiegeln die Meinungen von etwa 3.835 Personen aus 1.090 Unternehmen wider, darunter mehr als 90 der 100 größten US-Equity-Manager. Unsere Umfrageteilnehmer verwalten geschätzte 11,57 Billionen US-Dollar an US-Aktien.

Die vollständigen Ranglisten sowie Informationen über die Analyse und Methodik finden Sie unter www.institutionalinvestor.com/aart.

Über Institutional Investor

Die Zeitschrift Institutional Investor, die mittlerweile ins fünfte Jahrzehnt ihres Bestehens eingetreten ist, hebt sich durch ihre prägnante Schreibweise durchweg von den führenden Finanzzeitschriften der Welt ab und ihre Inhalte stellen eine essentielle Informationsquelle für ein weltweites Publikum dar. Institutional Investor Research ist die Informationsquelle Nummer Eins für führende Forschungsanalytiker im Eigenkapital- und Festeinkommensbereich, Unternehmensleiter und Geldverwaltungsprofis auf der ganzen Welt und bietet unvergleichliche Einblicke in ihre Bereiche. Weitere Informationen finden Sie auf www.institutionalinvestor.com.

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