SOURCE: International Diabetes Federation (IDF)

October 21, 2009 13:00 ET

Neue Studie der International Diabetes Federation zeigt, dass Menschen in den Entwicklungsländern mehr für ihre Diabetes-Behandlung zahlen und schlechtere Gesundheitsergebnisse erzielen

MONTREAL--(Marketwire - October 21, 2009) - Typ-2-Diabetes wird häufig als Krankheit betrachtet, von der ältere, inaktive Erwachsene der reichen Länder betroffen sind. Die Realität sieht jedoch anders aus: Heute leben 70% der Diabetiker in Ländern mit geringem und mittlerem Einkommen und die wirtschaftlichen Folgen sind in den ärmeren Ländern wesentlich größer. Und trotzdem erfolgt der Großteil der Ausgaben - 90% aller medizinischen Aufwendungen für die Behandlung des Diabetes - in den USA, Kanada den Ländern Westeuropas und anderen reichen Ländern. So lautet das Ergebnis der umfassendsten Studie, die bisher in den Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen bezüglich der wirtschaftlichen Auswirkungen des Diabetes durchgeführt wurde.

Die neuen Daten der International Diabetes Federation (IDF) stammen von Forschern aus fünf afrikanischen Ländern, die 2.300 Männer und Frauen mit Typ-2-Diabetes und 2.300 ihrer Nachbarn, die nicht von Diabetes betroffen waren, befragt haben. Die Studien haben gezeigt, dass Diabetiker etwa drei Mal so häufig von Herzkrankheiten, Schlaganfall, Nierenkrankheiten und Herzinsuffizienz betroffen sind als die ihnen ansonsten ähnlichen Nachbarn. Diabetiker erkranken außerdem häufiger an Tuberkolose, HIV/AIDS und Malaria. Alle diese Krankheiten führen dazu, dass Diabetiker extrem hohe Heilbehandlungskosten aus eigener Tasche zahlen müssen und aufgrund von Komplikationen, wie z.B. Blindheit, Lähmungen, Amputationen, Schmerzen, kognitive Defizite und andere körperlich einschränkende Probleme, Lohneinbußen in Kauf nehmen müssen. Ein Sechstel der Befragten gab an, dass sie aufgrund ihres Gesundheitszustandes gar nicht mehr arbeiten könnten. Ein Drittel der Befragten gab an, dass sie nicht mehr soviel arbeiten könnten, wie sie dies gerne würden und 3%, dass sie mehr arbeiten müßten als vorher, damit sie ihre Behandlungskosten bezahlen könnten. Mehr als die Hälfte erklärte, dass sie sich nicht alle benötigten Medikamente leisten könnten.

Die vielleicht überraschendsten Ergebnisse waren jedoch, dass 15% der Familienmitglieder ihre Arbeit aufgeben mussten, damit sie sich um ein Familienmitglied mit Diabetes kümmern können. 20% mussten ihre Arbeit einschränken und 15% sogar mehr arbeiten als vorher, um zu den Arzneikosten und der Pflege für einen Diabetiker in ihrer Familie beitragen zu können. Laut Dr. Jonathan Betz Brown, des weltweiten Studienleiters und Vorstands der IDF „Task Force on Health Economics" und des „Kaiser Permanente Centers for Health Research", resultiert dies darin, dass „Kinder nicht mehr zur Schule gehen können und nicht genügend zu Essen bekommen. Familien verlieren ihre Farmen und Unternehmen, und Frauen und Mädchen sind dazu gezwungen zu Hause zu bleiben, um sich um ihre Eltern kümmern zu können. Diese Familientragödien sind schließlich der Grund für eine immer ungebildetere und kleiner werdende Arbeiterschaft, eine größere soziale Desorganisation und ein langsameres Wirtschaftswachstum."

„Man könnte meinen, dass man Kindern in Afrika am besten helfen würde, wenn man chronische Krankheiten, wie z.B. Diabetes ignorieren würde," sagte Dr. Kaushik Ramaya vom Shree Hindu Mandal Hospital in Dar es Salaam (Tansania), der Vizepräsident der IDF und Untersuchungsleiter der afrikanischen Studie. DAber in den Entwicklungsländern hängt das Leben dieser Kinder und ihre Zukunftsaussichten vom Überleben und der Gesundheit ihrer Eltern und Großeltern ab. Wenn dem Vater gekündigt wird, weil er einen Schlaganfall hatte oder die Mutter sich nicht um die Ernte und Tiere kümmern kann; wenn sie nicht mehr kochen kann, weil sie blind ist oder wegen einer Amputation, dann kann die gesamte Familie über Nacht obdachlos werden und in bitterer Armut enden."

Die Ergebnisse der afrikanischen Studie haben gezeigt, dass Diabetiker dort viel häufiger unter gesundheitlichen Problemen zu leiden haben als andere Menschen des gleichen Alters und Geschlechts; dass sie viel weniger in der Lage sind, körperlich zu funktionieren und zu arbeiten; wesentlich häufigere und intensivere medizinische Betreuung benötigen und die kostbaren wirtschaftlichen Ressourcen ihrer Familie und die der Gesellschaft aufbrauchen.

Die führenden Forscher der jeweiligen Untersuchungen wurden vor Ort rekrutiert. Alle sind international für ihre Forschungsarbeiten bekannt und geschätzt. Professor Jean Claude Mbanya, der IDF-Präsident, leitete die Untersuchung in Kamerun, Dr. Eva Njenga in Kenia, Herr Stephane Besancon in Mali, Dr. Paul Rheeder in Südafrika und Dr. Kaushik Ramaiya in Tansania. Weitere Untersuchungen sind bereits in 17 Städten in China, in Kasachstan und in drei Ländern in Mittelamerika in Gange. Other studies are underway in 17 cities in China, in Kazakhstan and in three countries in Central America.

Dies sind vorläufige Ergebnisse und die Daten werden weiterhin analysiert. Die endgültigen Ergebnisse werden zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden. These are preliminary results and the data continue to be analysed. Final results will be published at a later time.

Anmerkung an die Redaktion:

Die International Diabetes Federation (IDF) ist ein Dachverband mit über 200 Mitgliedsvereinigungen in über 160 Ländern, die sich für mehr als 285 Millionen Diabetiker, ihren Familien und ihren Gesundheitsversorgern einsetzen. Ziel ihrer Mission ist es, die weltweite Behandlung, Prävention und weltweite Heilung von Diabetes voranzutreiben. Zu ihren Hauptaktivitäten zählt die Aufklärung und Schulung von Diabetikern und Heilberuflern, öffentliche Sensibilisierungskampagnen und die Förderung und der Austausch von Informationen. Die International Diabetes Federation (IDF) ist eine nichtstaatliche Organisation, die in offiziellen Beziehungen zur Weltgesundheitsorganisation steht, und gleichzeitig mit dem United Nations Department of Public Information verbunden ist. Die IDF organisiert alle zwei Jahre den World Diabetes Congress. Zusätzliche Informationen erhalten Sie unter: www.idf.org

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