SOURCE: International Diabetes Federation (IDF)

October 22, 2009 09:00 ET

Präsident der International Diabetes Federation ruft auf zum gemeinsamen Vorgehen, um Diabetes-Epidemie zu stoppen.

MONTREAL--(Marketwire - October 22, 2009) - Neu veröffentlichte Daten der International Diabetes Federation (IDF) zeigen, dass die Zahl der Diabetiker unkontrolliert wächst. Die Zahlen machen deutlich: Wenn nicht bald etwas unternommen wird, den eingeschlagenen Weg der Epidemie zu ändern, wird die Zahl der Diabetiker bis zum Jahr 2030 auf fast 440 Millionen ansteigen. Auf einer Pressekonferenz, die gegen Ende des 20. World Diabetes Congresses abgehalten wurde, äußerte Präsident Jean Claude Mbanya aus Kamerun seine Sorge über diese Zahlen.

„Wir haben gerade die düstere Nachricht veröffentlichen müssen, dass es heutzutage ca. 285 Millionen Diabetiker gibt. Unsere Daten haben gezeigt, dass die Länder mit niedrigem oder mittlerem Einkommen die Hauptlast tragen. Schon bald werden 4 von 5 Diabetikern aus diesen Ländern stammen. Die Männer und Frauen, die am stärksten betroffen sind, befinden sich im arbeitsfähigen Alter - und sind die Haupternährer ihrer Familie. Diabetes ist mittlerweile zu einem Entwicklungsproblem geworden, das droht, Volkswirtschaften zu untergraben."(1)

Der gewählte Präsident der Diabeteswelt, erklärt, dass zwei dringende Probleme in der Diabetespflege seine Amtszeit bestimmen werden. Zum einen ist da die Notwendigkeit, sicherzustellen, dass Diabetiker die Qualität an Pflege und sachkundigen Anleitungen erhalten, die sie benötigen, um ihre Krankheit zu kontrollieren und Komplikationen zu vermeiden und zum anderen die Notwendigkeit, Menschen davon abzuhalten, überhaupt erst Diabetes zu bekommen.

Der IDF-Präsident unterstrich die Erfordernis, den Zugang zur Diabetes-Aufklärung zu erweitern, damit die Menschen, die an dieser Krankheit leiden, eine aufgeklärte und zentrale Rolle in ihrer eigenen Pflege spielen können. „Von einer globalen Perspektive aus betrachtet, gibt es viele Diabetiker, die sich selbst überlassen bleiben und sich auf einem direkten Kurs zu Komplikationen, Depressionen und einem vorzeitigen Tod befinden. Wir müssen die Sensibilisierung noch erhöhen und eine Gesundheitsaufklärung betreiben, um sicherzustellen, dass der Diabetes frühzeitig entdeckt wird und um zu gewährleisten, dass neu diagnostizierte Diabetiker auf dem Weg der Behandlung geführt werden und genügend Informationen zu ihrer Selbstbehandlung erhalten, damit sie selber in der Lage sein werden, die potenziell verheerenden Konsequenzen dieser Krankheit zu vermeiden oder wenigstens länger hinauszuschieben."

IDF zeigt, dass die Zahl der Menschen mit einer gestörten Glukosetoleranz (IGT - manchmal auch als Prädiabetes bezeichnet), Gefahr laufen, eine Diabetes Typ-2 zu entwickeln, bereits auch schon alarmierende Ausmaße erreicht hat. Geschätzte 344 Millionen leiden bereits unter Prädiabetes. Man nimmt an, dass diese Zahl bis 2030 auf 472 Millionen anwachsen wird, wenn die gegenwärtige Zahl so weiter steigt.(2) Professor Mbanya sieht darin ein Signal für die Notwendigkeit zur Gesundheitsförderung durch Gesundheitsaufklärung. „Wir müssen die Menschen stoppen, bevor sie den Diabetes-Kurs einschlagen. Wir müssen handeln, und zwar bevor die Menschen die Krankheit erst entwickeln. Wir stehen vor einer großen Herausforderung. Um die nötige Verhaltensänderung zu beeinflussen und eine gesunde Umgebung zu schaffen, benötigen wir eine noch nie dagewesene grenzüberschreitende Zusammenarbeit."

Professor Mbanya beschrieb die ungesunde Lebensweise als erfolgreiche Weltmarke und merkte an, dass es eine enorme Herausforderung werden würde, die mächtigen sozialen, kulturellen und kommerziellen Kräfte, die am Werke sind, und die dem Diabetes genügend Brennstoff liefern, zu bekämpfen. Er bestand jedoch darauf, dass sofortige Maßnahmen ergriffen werden müssen. Er forderte die internationale Gemeinschaft und Spender dazu auf, mit dem selben Elan auf die Diabetes-Epidemie und andere damit assoziierte Krankheiten zu reagieren, mit denen sie auch die Infektionskrankheiten in Angriff genommen haben. Er forderte außerdem die einzelnen Regierungen dazu auf, dafür zu sorgen, dass eine gesunde Lebensweise für alle verfügbar und bezahlbar sein sollte, und dass sie alles dafür tun sollten, Diabetes und andere sogenannte Zivilisationskrankheiten zu verhindern.

„Es wird nicht leicht werden", sagte Professor Mbanya, „aber es ist ein Kampf, dem wir uns alle stellen müssen. Wir haben eine ganz einfache Wahl. Entweder wir vergeuden unsere Zeit damit, den Boden aufzuwischen oder wir stehen endlich auf und drehen den Hahn ab."

Anmerkung an die Redaktion:

Die International Diabetes Federation (IDF) ist ein Dachverband mit über 200 Mitgliedsvereinigungen in über 160 Ländern, die sich für mehr als 285 Millionen Diabetiker, ihren Familien und ihren Gesundheitsversorgern einsetzen. Ziel ihrer Mission ist es, die Behandlung, Prävention und weltweite Heilung von Diabetes voranzutreiben. Zu ihren Hauptaktivitäten zählt die Aufklärung und Schulung von Diabetikern und Heilberuflern, öffentliche Sensibilisierungskampagnen und die Förderung und der Austausch von Informationen. Die International Diabetes Federation (IDF) ist eine nichtstaatliche Organisation, die in offiziellen Beziehungen zur Weltgesundheitsorganisation steht, und gleichzeitig mit dem United Nations Department of Public Information verbunden ist. Zusätzliche Informationen erhalten Sie unter: www.idf.org

(1) IDF Diabetes Atlas 4. Ausgabe, International Diabetes Federation, 2009.

(2) IDF Diabetes Atlas 4. Ausgabe, International Diabetes Federation, 2009.

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